Indianer und Atlantis
Es ist sehr interessant, dass es sogar bei den Indianern Amerikas Legenden über jene Insel Atlantis gab, obwohl sie doch eigentlich nichts von den Atlantis-Legenden Europas wissen konnten:
Ein Hopi-Mythos erzählt von einem Land, in dem große Städte erbaut wurden und das Handwerk florierte, doch als jenes Volk gemein und kriegerisch wurde, vernichtete eine große Flut diese Welt. "Wellen höher als Berge wälzten sich über das Land und Kontinente brachen auseinander und sanken tief hinein ins Meer."
Nach einer Überlieferung der Irokesen, wurde eine ganze Welt von Wasser verwüstet und nur eine einzige Familie mit zwei Tieren von jeder Tierart wurde gerettet.
Die Chibcha-Indianer in Kolumbien haben eine Legende, nach der die Sinflut durch den Gott Chibchacun ausgelöst wurde. Die Legenden der Chibcha-Indianer weisen immerhin eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem griechischen Flutmythos auf.
Atlantis in Afrika?
Paul Bochardt vertrat in seinem Buch "Platos Insel Atlantis" (1927) die Theorie, dass Atlantis im afrikanischen Bereich gelegen haben muß. Seiner Ansicht nach, befand sich die frühere atlantische Hauptstadt im Ahagger-Gebirge, der heimat der Blauen Tuareg, jenem Volk von großen, hellhäutigen Hirtenkriegern, die im Aussterben begriffen sind und deren Herkunft ebenso geheimnisvoll ist, wie die der Berber. Die Tuareg besitzen dazu noch eine eigene Schriftsprache.
Borchardt nahm an, dass die Berber eventuell die Nachkommen der nordafrikanischen Atlantiden sind, und versuchte in den Namen der existierenden Berberstämme die Namen der zwehn Söhne Poseidons, also der Sippenverbände von Atlantis, zu entdecken. Er fand dabei sehr erstaunliche Übereinstimmungen:
Ein Stamm nannte sich Uneur, was genau Euneor entspricht, dem Namen, mit dem einst Plato die ersten Bewohner von Atlantis bezeichnete, und die Berberstämme von Schott el Hameina in Tunesien wurden "Söhne der Quelle", Attala, genannt.
Narben einer versunkenen Insel
Im Gebiet des versunkenen Atlantis ist der Meeresboden, in dem überall steil abfallenden schmalen Seichtgebiet, äußerst reich an scharfen Kanten und gefährlichen Felsverzackungen, wohlerhaltenen, nicht abgerundeten schroffen und tiefen, nicht ausgerundeten Rissen - eine untermeerische Felslandschaft, von der jede Spur ehemaliger Erde radikal weggewischt ist.
Wäre all dieses länger als 15000 Jahre unter der Wasseroberfläche, dann hätte das Wasser des Meeres die den Boden bedeckende Lave angefressen und die scharfen, porösen Kanten völlig zerstört. Daneben wirken mechanische Kräfte: Abrasion, Erosion und Brandungseffekte. Sie schleifen und runden alle Spitzen und Kanten. Die Auffälligkeiten wären weggeschliffen und vernichtet worden. Die Azoren sind daher nicht langsam, sondern schnell untergegangen und das vor weniger als 10-15000 Jahren.
Ebenso ist interessant, dass vor der Küste von Nord-Bimini eine Baustruktur entdeckt wurde, die sie Bimini-Straße nannten. Es handelte sich um ein ausgedehntes Straßenpflaster aus rechteckigen und vieleckigen Steinen verschiedener Größe und Dicke, die offensichtlich geformt und sorgfältig angeordnet sind, so daß sie ein eindeutig küsntlich hergestelltes Muster bilden. Manche waren genau rechteckig und andere fast quadratisch.
Wo mochte wohl diese Straße hingeführt haben?
Aus den Geheimarchiven
Nach den Mitteilungen des ägyptischen Eingeweihten Anubis Schenouda sei in den koptischen Geiheimarchiven Ägyptens zu lesen, dass es an Stelle der Fluten des Nordatlantiks ein Festland gegeben habe.
"Wir Kopten", schreibt Anubis Schenouda, " wissen auch, dass sich die Pole auf der Ebene der Ekliptik befunden haben, wie es der Tierkreis von Denderah zeigt, wo der Löwe auf dem schwanz der Schlange dargestellt ist. Desweiteren wissen wir, dass drei Dynastien drei Gruppen himmlischer Geister entsprechen: Giganten, Titanen, Kabiren."
In Poikile Historia ( 3. Buch ) erzählt Älian, dass Theopompos von einem Zusammentreffen zwischend em König von Phrygien und Silenos berichtet, bei dem letzterer von einem großen Kontinent jenseits des Atlantiks spricht, der größer als Asien, Europa und Lybien zusammen sei.
Nach Arbois de Jubainville gibt es vier Dokumente der Überlieferung verschiedenen Ursprungs, die alle darin übereinstimmen, dass ein Teil der Alten Welt von fremden Bewohnern eines unbekannten Landes erobert wurde, dass in zwei Texten Atlabntis genannt wird.
Die Guanchen
Im Jahre 1406 landeten französische Eroberer auf den Kanarischen Inseln. Sie trafen dort auf hellhäutige Menschen von hohem Wuchs, die sich für die einzigen Überlebenden nach der Sinflut hielten: die Guanchen.
In späterer Zeit kamen spnische Eroberer auf den Archipel, und diese verwunderten sich sehr, dort einen Menschenschlag zu finden, der wießer war, als der reinblütigste Kastilier. Die Eingeborenen wurden alle von den Europäern massakriert.
Es gibt daher heute keine Nachkommen dieser hochgewachsenen Menschen, deren durchschnittliche Größe auf der Insel Fuerteventura 1,84 Meter betrug. Wie die Kelten waren die Guanchen zwar sanft und gastfreundlich, doch liebten sie ihre Freiheit über alles und zogen den Tod der Knechtschaft vor.
Hinter dem Ägypter, dem Libyer, dem Guanchen und dem Maya steht der Atlanter, so meinte es sogar P. Couteaud in Chez Les Atlantes, und fügte hinzu, dass die Ägypter einst aus einem Land im Westen gekommen sein sollen. Sollten die Guanchen Überlebende von Atlantis und die echten Nachkommen des Volkes von Poseidonis sein?
Man ist geneigt, dies zu glauben wenn man ihre Riten und Bräuche mit jenen der atlantischen Mischlinge, also der Kelten, Ägypter, Mexikaner und Persuaner, vergleicht. Es gibt unzählige Übereinstimmungen, die diese Annahme verfestigen.
Basileia bei Helgoland
Um das Jahr 1960 wurden 17 Kilometer südlich von Baku an den Ufern des Kaspischen Meeres durch eine Sturmflut Reste einer Stadt sichtbar, die Professor Berezin von der Universität Kasan ohne Zögern als Poseidonis identifizierte.
Für den evangelischen Pastor Jürgen Spanuth wiederum bestand kein Zweifel, dass der sagenhafte Kontinent auf der Höhe der Insel Helgoland versank, wo Taucher Beelte zyklopische Mauern aus rotem und weißen Stzein fand. "Das ist Basileia, die Hauptstadt der Atlanter", sagte der Pastor. Unklar ist, woher er den Namen hat; den nach den Überlieferungen hieß die Hauptstadt von Atlantis Poseidonis.
Der Pastor stützt sich bei seiner Behauptung auf Platon und vor allem auf Homers Odyssee. Odysseus landet auf Ogygia, der Insel der Kalypso, die nach der Überlieferung auf den Azoren lag. Dann fährt er 18 Tage lang in nordöstlicher Richtung, die Augen stets auf die Sternbilder des Bootes und der Plejaden gerichtet.
Spanuth versichterte, dass dies für die Schiffahrt der Antike genau die benötigte Zeit war, um in die Gegend von helgoland zu gelangen. Die Überlegung erscheint gar nicht so falsch, doch enthält sie einen grundlegenden Fehler: das Datum. denn geologische Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass ein heftiges Erdbeben ungefähr im 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung eine teilweise Vernichtung der Völker der Erde und eine riesige Springflut bewirkt hat; daraus ergab sich eine grundlegende Veränderung des geographischen Antlitzes unserer Erde.
Das Feuer im Meer- Atlantis?
( Ein Erlebnisbericht )
Es war im Sommer 1919. Mein Vater besaß ein Tauch- und Schwammfischunternehmen und arbeitete gemeinsam mit seinem Kompagnon Zalakhos im Gebiet der griechischen Inseln. Ich war damals noch ein kleiner Junge, doch mein Vater erlaubte mir, ihn auf seinen Fahrten zu begleiten. Eines Tages kamen wir zu einer unbewohnten Insel, die recht merkwürdig aussah. Das Ufer war von Granitfurchen gebildet, die ins Meer zu fließen schienen, so als ob vor langer Zeit einmal etwas vom Himmel gefallen wäre, das die Felsen zum Schmelzen gebracht hätte.
Zalakhos tauchte im Norden, umschwamm die Insel bis zu ihrer Südspitze und kehrte dann schreckensbleich auf das Boot zurück. "Gabriel", sagte er zu seinem Vater, "es ist wie Feuer unter dem Meer, und wenn man einen Schwamm berührt, verbrennt einem der aufsteigende Sand die Hand. Wenn man ihn mit dem Fuß berührt, durchzuckt einen eine unsichtbare Flamme. Es ist, als gäbe es Strahlungen unter dem Wasser." Mein Vater war neugierig und wohl auch ein wenig ungläubig, denn er nahm sein Schwammnetz und tauchte an der Stelle im Meer, wo Zalakhos das Feuer gesehen haben wollte.
Als mein Vater wieder auftauchte, sah ich, dass in seinem Netz einige Schwämme hingen und auch ein grosses, irisierendes Metallstück, dass manchmal dunkelblau und dann wieder hellblau glänzte.
( Das Material konnte damals nicht identifiziert werden. Doch sei daran erinnert, dass die Wikinger, um sich jederzeit auf dem Meer orientieren zu können, den sogenannten Sonnenstein benützten, der die genaue Position der Sterne angab. Kürzlich erst entdeckte man, dass dieser geheimnisvolle Stein ein Kordierit war, ein Kristall, der sich von Gelb bis Dunkelblau verfärbt, wenn die Reihe seiner Moleküle - wie bei changierenden Textilien -mit der Polarisationsebene des Sonnenlichts einen Winkel von 90 Grad bildet. Vielleicht war dieser Stein auch eine Art Kordierit? )
Die Matrosen baten meinen Vater, rasch auf das Boot zurückzukehren, da sich Zalakhos nicht wohl fühlte und klagte, sein ganzer Körper brenne. Man konnte dem Armen leider nicht helfen: er schrie vor Schmerzund rief immer wieder, er brenne; im Laufe des Nachmittags starb er. Mein Vater beschloß, nach Symi zurückzukehren, um seinen Kompagnon bestatten zu lassen. In der Nacht, als ein Matrose den Körper des Zalakhos sehen wollte, der in ein Tuch gehüllt auf der Brücke des Schiffes lag, begann dieser laut zu schreien und alarmierte die gesamte Mannschaft. Der Leichnam warf ein phosphoreszierendes Licht, leichtete in einem goldenen Schein. Mein Vater befahl daraufhin, den Körper im Meer zu versenken.
Nach Jahren verkaufte verkaufte mein Vater den Stein an einen Chemiker und hatte seit dem Fund, stets stark geschwollene, verunstaltete Finger. Ein Arzt meinte dazu nur, dass ihn etwas gebrannt haben musste, was stärker, als Radium gewesen war.
Phaeton, Vorläufer unserer Erde?
Eines der rätselhaftesten Dokumente der Menschheit befindet sich im Archiv des Vorderasiatischen Museums in Berlin. Darauf sind unsere Planeten im richtigen Größenverhältnis abgebildet.
Doch was erstaunt, die Karte ist 4000 Jahre alt und der unbekannte sumerische Astronom zeichnete nicht neun sondern zehn Planeten. Seitdem gibt es Spekulationen um den zehnten Planeten Phaeton. Haben etwa intelligente Wesen von dort die Erde besucht und kolonisiert? Forscher behaupten, daß vor 175 Millionen von Jahren, Phaeton nach einer Kollision mit einem Planetoiden explodiert sein soll und das dabei eine hochentwickelte Zivilisation vernichtet worden sei.
Überlebende, die die Gefahr rechtzeitig erkannt hatten und zum Planeten Erde übersiedelten, sollen das legendäre Atlantis errichtet haben. Nur ein phantastisches Märchen oder gab es Phaeton wirklich?
Runghold - Die versunkene Stadt
Wenn die Nordsee zwischen Nordstrand und Pellworm bei Flut ihren höchsten Stand erreicht, dann ist es manchmal, als würde ein helles Klingen übers Meer schweben.
Sanfte Klöppelschläge, der Klang von Metall, das in Schwingung gerät. Als läuteten Kirchenglocken auf dem Grund der See. Aber weit und breit ist nichts zu sehen.
Nichts, nur kaltes, stahlgraues, undurchdringliches Wasser.
Bei Ebbe ragen nördlich der Hallig Südfall, die auf halber Strecke zwischen Nordstrand und Pellworm liegt, kleine Erhebungen aus dem Watt. Die letzten Reste der Stadt Runghold, sagt man, untergegangen mit Mann und Maus im Jahr des Herrn 1362.
Die große Mandränke, wie die Flutkatastrophe genannt wird, riß die bis dahin zusammen- hängende Insel Strand in Stücke und ließ nur die Inseln Pellworm und Nordstrand zurück.
Mehr als 8000 Menschen ertranken. Auch die Kirche der sagenumwobenen Stadt versank mit ihren Glocken in den Fluten.
Das Runghold wirklich existierte, belegen alte Dokumente. In Runghold stand die Hauptkirche des heute versunken Gebietes. Zudem mußten die Bürger Rungholds die höchsten Steuern der Region zahlen, da sie die besten Böden und damit die höchsten Ernteerträge weit und breit hatten.
Hinzu kommt, daß Runghold, wie alte Kirchen- unterlagen beweisen, den einzigen Schiffsanleger der gesamten Region besaß. Damit liefen automatisch Handel, kultureller Austausch und alle Informationen, die mit den Schiffen aus aller Welt kamen, über diese Stadt. Runghold war somit für mittelalterliche Verhältnisse eine regionale Metropole.
Der Verwellenhof
An der Ostsee gab es in der Nähe der Kolberger Heide ein reiches Gut, dessen Herrin grausam und hartherzig war. Sie protzte mit Ihrem Reichtum und war hochmütig.
Eines Tages, so erzählt die Legende, soll sie einen Ring ins Wasser geworfen und geschworen haben, dass es wahrscheinlicher gewesen wäre, sie würden den Ring wiederbekommen, als jemals arm zu werden. Nach einigen Tagen brachte ein Fischer einen großen Dorsch in die Küche des Gutes, in dem die Köchin den Ring fand, den sie sofort der Herrin brachte. Dann, um 1625, nicht lange nach dem Fund, kam eine große Flut, die das gesamte Gut verschluckte.
Noch heute sieht man, wenn man etwas Glück hat und Niedrigwasser ist, die Backsteine des alten Gutes auf dem Grunde der Ostseebucht. Die überhebliche Frau jedoch wurde sehr arm und von den Menschen der Umgebung gemieden, weil sie durch ihr Schicksal immer mehr verbitterte.
Es gehen viele Geschichte um sie in der Gegend um die Kolberger Heide, wo es heute noch einen Verwellenberg gibt.
Baiae - die versunkene Stadt
In der Nachbarschaft zu dem bekannten Pompeji lag die große und luxuriöse Stadt Baiae, die als Kurort bei vielen Menschen sehr begehrt war. Die Römer bauten im 2. Jahrhundert einen Schutzwall gegen die wütende See, was aber nur für eine kurze Zeit half. Bei einem Erdbeben und Vulkanausbrüchen versank die Stadt Baiae schließlich doch im Meer.
Noch heute können Taucher die gut erhaltene Unterwasserstadt mit ihren großen Villenbauten besuchen und über diese versunkene Welt staunen. Diese Stadt, mit allen ihren Reichtümern, bietet den Archäologen eine Traumumgebung für ihre Forschungen.
Klabautermann
Das ist der gute, unsichtbare Schutzpatron der Schiffe, der da verhütet, daß den treuen und ordentlichen Schiffern Unglück begegne, der da überall selbst nachsieht, und sowohl für die Ordnung wie für die gute Fahrt sorgt. Den Klabautermann hört man im Schiffsraume, wo er die Waren gern noch besser nachstaue, daher das Knarren der Fässer und Kisten, wenn das Meer hochgehe, daher bisweilen das Dröhnen der Balken und Bretter, oft hämmere der Klabautermann auch außen am Schiffe, und das gelte dann den Zimmermann, der dadurch gemahnt werde, eine schadhafte Stelle ungesäumt auszubessern; am liebsten aber setze er sich auf das Bramsegel, zum Zeichen, daß guter Wind wehe oder sich nahe. Den Klabautermann sieht man nicht, auch wünsche keiner ihn zu sehen, da er sich nur dann zeige, wenn keine Rettung mehr vorhanden sei.
Heinrich Heine
Der Klabautermann ist nach der mündlichen Überlieferung aus Seemannskreisen ein eigentlich guter Schiffsgeist, der sein Schiff erst verläßt, wenn es untergeht.
Er ist ein meistens unsichtbarer Kobold, der dem Schiffsführer nahesteht und ihn bei Gefahren warnt. Er hilft beim Bau des Schiffes, unter anderen beim Dichten des Schiffsdecks, dem sogenannten Kalfatern und wird auch als Kalfatermann oder Kalfatermännchen bezeichnet. Er ist stest von kleiner Gestalt, trägt Seemannskleidung, führt einen Hammer und oft auch eine Tabakpfeife bei sich und treibt gerne Schabernack. Er macht sich an Bord durch eingehende Poltergeräusche bemerkbar.
Die Riesenkraken
Diese riesigen Meereswesen gibt es schon seit Tausenden von Jahren in unseren Meeren. Riesenkraken brauchten lange für den Übergang vom Fabelwesen zur wissenschaftlich aner- kannten Art. Erst im Jahr 1854 gelangte ein großer papageischnabelartiger Kiefer, das einzige, was von einem riesigen, von Jütland angeschwemmten Kadaver übrig war, in die Hände des dänischen Naturforschers Japetus Steenstrup, und dieser beschrieb anhand der Überreste eine neue Unterart der Architeuthis.
Im Oktober 1873 hatte zwei Fischer ein Erlebnis, das selbst die Erzählungen Jules Vernes übertraf. Sie ruderten in einem kleinen Fischerboot zu einem Wrack hinaus. Doch als sie es mit einem Enterhaken heranziehen wollten, schlug das vermeintliche Wrack einen großen harten Kiefer in die Boardwand und umschlang das kleine Ruderboot mit einem riesigen Tentakel. Tom, der zwölfjährige Sohn des Fischers, hackte den langen Fangarm ab und verschaffte somit der Wissenschaft ein fast sechs Meter langes Beweisstück für die Existenz der Riesenkraken.
Seither fand man an den Küsten der ganzen Welt immer wieder gestrandete „Kopffüßer“. Der längste jemals gemessene Architeuthis maß von der Spitze seines Mantels, der Kopf und Körper umschließt, bis zum Ende der Tentakeln mehr als 23 Meter. Es war gleichzeitig das größte Weichtier der Welt und wog etwa eine Tonne. Wissenschaftler schätzen, daß Exemplare von 50 Meter Länge und mehr in den unerforschten Tiefen der Ozeane leben. Bemerkenswert sind auch andere Körperteile der Riesenkraken. Seine Augen sind mit 40 cm Durchmesser die größten im ganzen Tierreich und manche Nervenfasern sind so dick, daß man sie ursprünglich für Blutgefäße hielt.
Im Unterschied zu den achtarmigen Oktopoden haben die Riesenkraken zehn Fangarme. Acht dicke mit doppelter Saugnapfreihe und zwei viel längere Arme, bei denen nur die keulenartigen Enden mit vier Saugnapfreihen ausgerüstet sind. Kreisrunde Narben auf der Haut der Pottwalen zeugen von gewaltigen Kämpfen zwischen Walen und Kraken. Es wurden öfters schon Überreste von Kraken in Walenmagen gefunden.
Das ganze Wissen über die Kraken stammt aber von gestrandeten Tieren. Was Riesenkraken eigentlich fressen, wie sie sich bewegen ist nur wenig bekannt. Noch nie wurde ein gesunder Architeuthis bei seinen natürlichen Verhaltens- weisen beobachtet.
Alle angeschwemmte Kraken hatten leere Mägen. Erst seit man auch in Meerestiefen zwischen 300 und 1.200 Meter fischt und dabei auch Kopffüßer an die Oberfläche geholt werden, weiß man, daß sie Tiefseefische jagen.
Suhler Wassermann
Nachts um 12 Uhr, besonders "in Zeiten, wo ein starker Wind geht", wandert am Butterbrunnen unterhalb des heutigen Ringberghotels ein spukhafter Mann umher, der mit dem Drohfinger auf vorbeischreitende Personen deutet, ohne jedoch einen Laut von sich zu geben. Eines Tages kam nämlich ein Schmiedefelder Mann auf dem Wege nach Suhl hier durch.
Als er die sogenannte „Kniebreche" herunterstieg, begegnete ihm ein "verdächtiger Fremder", der aus dem Butterbrunnen hervorgekommen war. Dieser finster blickende Springquellbewohner ergriff ohne weiteres den herabpilgernden Wanderer am Arme und suchte ihn mit unwiderstehlicher Gewalt in den nahen Brunnen zu ziehen. Unter Aufwendung seiner ganzen Kraft vermochte der entsetzte Schmiedefelder den nötigen Widerstand zu leisten.
Mit einmal läutete es unten in Suhl zu Mittag, und kaum war der erste Glockenschlag ertönt, da verschwand der stumme Angreifer. An allen Gliedern zitternd, kam schließlich der befreite Wandersmann in Suhl an, wo er erst gewahr wurde, daß sein Gesicht blutete und Kratzwunden aufwies.
Der fliegende Holländer ...
Tagelang schon hatte es gestürmt, und das Schiff im Hafen konnte nicht ausfahren. Das war dem Kapitän nicht recht. Er war ein grober Kerl, der nur befehlen und nicht gehorchen konnte. Er war Meister auf seinem Schiff und Meister auf dem Meer. Er freute sich, wenn das Wetter schlecht war, da hatte er zu kämpfen, und es gelang ihm immer, das Schiff sicher in den Hafen zu bringen. Jetzt aber lag er da im Hafen, und der Sturm kam schnurgerade aus dem Westen aus dem Meer, und kein Schiff war imstande, aus dem Hafen zu segeln. Der Kapitän hatte schon viele Tage gewartet und schrie dem Sturm entgegen: "Morgen segeln wir!"
"Herr Kapitän", sagte der Steuermann vorsichtig, "morgen ist Ostern. An Ostern fährt man nicht aus, das ist ein heiliger Tag."
"Was schert mich Ostern", erwiderte der Kapitän finster, "ich fahre aus!" "Nicht am Tag der Auferstehung", sagte der Steuermann leise.
"Ich segle, wann es mir paßt!" schrie der Schiffer.
Da schwieg der Steuermann und wendete sich ab.
Finster schaute der Schiffer in Wellen, Wolken und Wind.
"Bei diesem Wetter kommst du nicht hinaus", hatte man ihm gesagt, "dein Schiff wird zerschmettert, noch bevor es aus dem Hafen ist" Sollte er sich vom Wetter regieren lassen und noch tagelang warten? Oder? Oder regierte hinter dem Sturm vielleicht eine höhere Macht, der er zu gehorchen hatte? ... Er fluchte und lachte laut ... "Morgen segeln wir!"
In dieser Nacht wuchs der Sturm zum Orkan, aber schon ganz früh befahl der Schiffer: "Wir stechen in See!"
Der Steuermann wollte etwas sagen, überlegte und wiederholte dann laut zu den Matrosen: "Wir segeln!"
Die Matrosen jauchzten. Das war einmal ein Kapitän. Der hatte es in sich. Sie kletterten ins Tauwerk und arbeiteten wie die Wilden. Sie wollten fahren! Sie sangen laut.
Da fingen die Osterglocken zu läuten an. Die Matrosen hötten zu singen auf und starten auf die Kirche, die rief und rief: Christus ist auferstanden!
"Wir fahren!" schrie da der Schiffer und überstimmte die Glocken mit seiner tönenden Stimme. Da arbeiteten die Matrosen wieder. Der Schiffer des benachbarten Schiffes rief ihn an: "Fährst du?"
"Ich fahre!" rief der Kapitän.
"Hörst du die Glocken nicht?"
"Ich fahre!"
"Und hörst du den Orkan nicht?"
"Ich fahre!"
"Das wirst du bereuen, Mann. Du siehst keinen Hafen mehr."
Der Kapitän richtete sich stolz auf: "Ich soll keinen Hafen mehr sehen? Du willst mich wohl einschüchtern? Und wenn ich in Ewigkeit segeln sollte, ich fahre!"
Da ließ er alle Segel setzen. Die Matrosen sangen nicht mehr und jauchzten nicht mehr. Es war totenstill geworden unter ihnen. Man hörte nur, wie der Sturm durch das Tauwerk pfiff und wie er mit den Segeln klapperte. Und man hörce die Osterglocken. Schweigend lichteten sie den Anker, und schweigend warteten sie auf weiteren Befehl ihres Schiffers. Es kam aber kein Befehl. Der Schiffer stand auf der Brücke und rühtte sich nicht mehr. Er schaute vor sich aufs Wasser hinaus. Da rührten sich auch die Matrosen nicht. Der Sturm pfiff durchs Tauwerk, die Glocken läuteten ... und die Segel blähten sich ... gegen den Wind! Die Leute auf dem Kai wurden unruhig. Hier geschah etwas, das keiner fassen konnte. Die Segel des Schiffes blähten sich gegen den Wind, und das Schiff schoß gegen den Wind aus dem Hafen. Der Schiffer rührte sich nicht. Die Matrosen rühtten sich nicht. Aber das war doch nicht möglich?! Geschah hier ein Wunder? Die Osterglocken läuteten. Und das Schiff fuhr trotzdem aus? Das konnte nur eine Toten-reise werden. Das war eine Herausforderung! Es wurde still auf dem Kai. Die Glocken läuteten, der Sturm brüllte. Das Schiff schoß dem Meer entgegen. Ein großer schwarzer Vogel Hog um den Mast herum.
Aber was war denn das? Es war, wie wenn die Segel aufglühten im Sonnenschein. Und es gab keine Sonne! Brannte es auf dem Schiff? Aber es gab keine Flammen und keinen Rauch! Trotzdem leuchteten die Segel blutrot, während der Rumpf des Schiffes pechschwarz wurde. Es war ein Gespensterschiff. Gott hatte es verurteilt. Da zitterten die Menschen und liefen in die Kirche, um zu beten.
Das Schiff wurde in keinem Hafen mehr gesehen. Weder der Reeder noch die Verwandten erhielten je irgendwelche Nachricht, und man nahm an, das Schiff hahe Schiff bruch erlitten. Nach vielen Jahren aber geschah es, daß in der Nähe des Kaps der Guten Hoffnung' an Backbord eines friedlich dahinsegelnden Schiffes plötzlich ein anderes Schiff auftauchte, mit blutroten Segeln und einem pechschwarzen Rumpf Dem alten Matrosen, der es als erster entdeckte, standen die Haare zu Berge, und er schrie laut auf Das Schiff fuhr gegen den Wind. Es schoß vorbei, gegen den Wind! Es war keine lebende Seele an Deck. Nur ein großer, schwarzer Vogel flog um den Mast herum.
"Ein Gespensterschiff wollt ihr gesehen haben?" lachte der Kapitän, als man ihn herbeiholte. "Ans Takelwerk mit euch! Es gibt keine Gespenster!" Am nächsten Tag aber warf ein fliegender Sturm das Schiff auf die Felsen, wo es zersplittette. Der alte Matrose, der das Geisterschiff zuerst gesehen hatte, war der einzige, der lebend an Land kam, und er war der erste, der über den "Fliegenden Holländer" berichtete. Immer wieder tauchte das Gespensterschiff in der Nähe des Kaps der Guten Hoffnung auf, und wehe dem Schiff, dessen Weg es kreuzt, es muß untergehen. Nur einmal ist einem Schiff nichts geschehen, dessen Weg es kreuzte, obgleich es schlimm genug aussah. Es geschah wieder in der Nähe des Kaps der Guten Hoffnung. Das Wetter war herrlich und der Wind kräftig, ohne gefährlich zu sein. Das Schiff war auf dem Weg nach Java'. Auf einmal tauchte an Backbordseite ein Segelschiff auf Keiner hatte es kommen sehen. Es war ganz plötzlich da, und es fuhr gerade auf das Schiff zu. Die Besatzung schrie! Ein schreckliches Unglück mußte geschehen! Aber das Segelschiff schoß ruhig -es hatte blutrote Segel und einen pechschwarzen Rumpf - durch die Schiffswand, ohne Laut, ohne Krach, ohne Schaden durch das ganze Schiff hindurch und verschwand. Die Besatzung sah, wie der Kapitän erstarrt auf der Brücke stand, mit wehenden, weißen Haaren, bleich und fahl, mit Augenhöhlen ohne Augen drin. Und ein großer, schwarzer Vogel flog um den Mast herum. "Das war der Fliegende Holländer", wagte einer zu flüstern.
"Was wird uns geschehen!?" jammerte ein anderer.
Aber es geschah nichts. Der gespenstische Zusammenstoß hatte wohl genügt.
Seitdem kreuzt der Fliegende Holländer das Meer. Man erzählt sich, daß der un-glückliche Kapitän nur einmal alle sieben Jahre vor Anker gehen darf. Dann hört man auf der oder jener Reede eine Ankerkette rasseln, und eine hohle Stimme ruft: "Ich bringe Briefe!" Ein Boot kommt unsichtbar angefahren. Man hört die Ruder, und eine Hand - man sieht immer nur eine Hand - reicht Briefe. Man sagt, der Seemann, der einen solchen Brief erhalte, müsse ihn sofort an den Mast nageln, sonst geschehe ein Unglück.
Ob der arme Fliegende Holländer je seine Ruhe finden wird? Oder hat er sie bereits gefunden? Denn heutzutage sieht keiner den Fliegenden Holländer mehr.
Über Die Wahren Herrscher Der Meere
Sie leben in der dunkelsten Tiefsee unseres Planeten, und ihr Reich nimmt nahezu 70 Prozent der Erdballes ein.
Haupt ist Aegir der Wassermann mit dem gewaltigen Braukessel.
Er gibt ausschweifende Herrschergelage, bei denen die Meerriesen Eldr und Funafeng, die für das Meeresleuchten verantwortlich sind, stets zugegegen sind.
Des Aegirs Weib ist Rán, die bei Sturm den Seeleuten die Arme öffnet.
Mit einem bleiernen Netz, dessen Maschen niemand entschlüpft, zieht sie die Ertrunkenen tief hinab in die Kälte des Meeres, hinab in ihren Saal.
Sie hat der Töchter neun. Es sind jene Wellenmädchen, welche wogen und branden, tauchen und spritzen hoch gegen den Himmel und röten sich ihre Locken mit dem frischen Blut der Zerschellten.
Doch es gibt auch Grendel den Toser in einem von bleichem Feuer erleuchtetem Wasserhaus.
Es steht im Grunde eines verborgenen Sumpfes, in den das Meer unter windigen Felsen einfliesst.
Darüber hängt ein verdorrter Wald. Mit Grendel leben dort, an diesem unwirtlichen Ort, seine furchtbare Mutter und viele Niceras Nixen, die die Segelfahrt sehr sorgenvoll machen mit ihren Stahlkrallen und Hauzähnen.
Die kalte Flut steigt dunkel bis zu den Wolken, und die Himmel weinen.
In Nebel und furchtbarem Gewölk geht Grendel allnächtlich aus seinem Moor nach der Königshalle Heorot und schleppt in seinen Stahlkrallen einen friedlich schlafenden Krieger davon. Aber in der Nacht reißt ihm Beowulf einen Arm bis zur Achsel aus, so dass er totwund in sein stinkendes Sumpfbett flieht.
Nun macht sich seine Mutter auf, packt sich wieder einen Krieger und eilt mit ihm davon;
aber Beowulf taucht nach ihr und erschlägt sie nach schwerem Kampf auf dem Meeresgrunde.
So also erwehrt sich der Mensch der grimmigen Hochfluten des Meeres, die kurzerhand versumpfende Buchten in die Küsten reißen und dabei selbst die Siedlungen der Menschen überfallen.
Die Wasserschlange in Philadelphia
Am 3. Juli 1817 beobachtete die Mannschaft eines Schoners im Erie-See, 5km von der Küste entfernt, eine Seeschlange von etwa 10-12 Metern Länge und einem Durchmesser von 30 Zentimetern. Sie war dunkelbraun, fast schwarz. Die Angaben sind recht unvollständig.
So konnte nicht einwandfrei geklärt werden, ob das Tier Schuppen hatte, oder nicht, womit die Behauptung, es handle sich um um eine Schlange, nicht mit Sicherheit bewiesen werden konnte. 1819 wurde das Tier erneut gesichtet.
Diesmal beschrieb man es als kupferfarben mit leuchtenden Augen und einer Länge von bald 18 Metern. es reagierte auch nicht auf Schüsse, die man auf es abgabEntweder wurde es durch die Schuppen abgeschirmt,oder der Schütze verfehlte sein Ziel.
Das Seegespenst
( in Norwegen "Sjódreygur", in Ditmarschen "Dränger" genannt )
Sehr grausig ist das Seegespenst, das mit gewaltiger Hand plötzlich aus der Brandung herausbricht an den Stradn, manchmal bis in die Häuser hinein, um nach einem Menschen zu greifen.
In der Nacht rudert es heulend durch die Wogen, um die Schiffer zu einer Wettfahrt im Sturm zu reizen, die ihr Verderben sein wird.
Es soll einbeinig auf die Insel hüpfen, um die Menschen vom Deich in die Tiefen zu stoßen.
Der Dränger jedoch soll sogar ganze Deiche einreißen können, um die See in das Land hereinbrechen zu lassen.
Dämonenmeer
Es gibt nicht nur das Bermudadreieck, in dem Schiffe und Menschen, auf eine geheimnisvolle Weise, verschwinden.
Es gibt auch im Pazifik, ganz nahe der Küste von Japan, sogar eine Stelle, die von der Regierung Japans ganz offiziell, als Gefahrenzone deklariert wurde.
Diese wahrhaft gefährliche Stelle wurde von den Seeleuten, als Teufels- oder Dämonenmeer bezeichnet, weil dort immer wieder Schiffe spurlos verschwunden waren. Inzwischen sind es schon viele Dutzend Schiffe, die bis in die heutige Zeit einfach verschwinden.
Hinzu kommt noch, dass es an dieser Stelle im Meer eine interessante Anomalie gibt. Der tatsächliche Norden und der Norden der Kompaßnadeln treffen nämlich dort zusammen.
Inzwischen hat die Regierung Japans reagiert und eine Meßboje ausgesetzt, um über einen längeren Zeitraum diese Meeresumgebung zu untersuchen.
Das Monster im Meer
Im Jahre 1960 fanden nach einem heftigen Sturm der Viehzüchter Ben Fenton und seine Arbeiter am Strand eine riesige und ungewöhnliche runde Masse von ungefähr sechs Metern Durchmesser. Diese Masse war mit kurzen, struppigen Haaren bedeckt und besaß eine harte, zähe Haut.
Nachdem die Polizei eingetroffen war, wollte man eine Gewebeprobe nehmen, was sich aber als äußerst schwierig erwies, da die Haut nur mit äußerstem Kraftaufwand und scharfen Äxten zu bearbeiten war.
Die Laboruntersuchungen fanden nur heraus, dass es sich um ein unbeaknntes Lebewesen handeln mußte. Weitere Untersuchungen führten ebneso nur zu dem Ergebnis, dass man einfach nicht wußte, um was für ein Wesen es sich gehandelt haben mochte.
Riesenwellen
Im April 1966 starben drei Menschen, als sie Opfer einer Riesenwellen von fast 10 Metern Höhe wurden.
Fast jeder Seemann kennt mindestens eine Geschichte über eine Riesenwelle, die ganz plötzlich aus dem Nichts auftritt, wie eine undurchdringliche Wasserwand, die über die Schiffe hereinbricht.
1921 berichtete man von so einer Welle, die man auf über 20 Meter schätzte, die dann, 160 Kilometer weiter in Richtung Virgina, auf fast 30 Meter Höhe herangewachsen war.
Die Ursache dieser spontanen Riesenwellen versuchen die Wissenschaftler mit Seebeben und mächtigen Stürmen zu begründen. Doch letztlich bleiben sie uns ein Rätsel.
Die Wasserelfen
(auch Nykr,Neck,Nixe,Mettje,Nichus)
Jeder Hexe wohlbekannt, jener Spruch der Elfen bannt: Wind ist der Welle lieblicher Buhler.
Schweben die Luftelfen zu den gewässern hinab oder tauchen sie in diese nieder, so werden sie zu Wasserelfen, wie sie noch heute in Schweden heißen.
Im Wasser haben sich die Luftgeister fast noch mannigfaltiger geformt als in Berg und Wald, weil es selber diese an Beweglichkeit und Formenwechsel übertrifft.
Oftmals treten diese Wesen als weibliche Kreaturen auf, die die Menschen durch ihren Gesang und ihre Schönheit und den tanz faszinieren. Doch nur während der Nacht können sie sich an Land aufhalten. Beim Morgengrauen müssen sie zurück in die kalten Fluten, da sie sonst vom Wasser zerrissen werden.
Ihr Wesen ist sehr wechselhaft und Nixen sind absolut menschenscheu, sollen aber auch schon Menschenopfer gefordert haben.
Die bekannte Gestalt der Nixen, schöne Frau mit Fischschwanz, ist viel zu freundlich, da Nixen auch durchaus bösartig sein konnten und so ihre Gestalt auch ihrer Laune nach anpassten. So also gab es auch nicht wenige Nixen mit Krallen und runzeligem Gesicht, die auch in den heimischen Brunnen leben konnten.
Über sie gibt es viele traurige Geschichten, von denen einige einfach wahr sein müssen...
Die Sirenen...
Die Sirene hat den Kopf einer schönen Frau und den Körper eines Adlers. Im Unterschied zu den Harpyien hat sie keine weiteren menschlichen Kennzeichen, wie Brüste und Arme. Ihre Waffen sind ihre Klauen und ihr Gesang. Sie haben eine Vorliebe für menschliches Blut.
Die Macht der Musik dient nicht immer nur dem Guten, wie der Held Odysseus entdeckte, als er den Sirenen begegnete. Die Sirenen haben den Körper eines Vogels und das Gesicht einer Frau. Mit Stimmen, die so süß sind wie ihre Herzen bitter, locken sie Seeleute in den Tod.
Als Odysseus auf ihre kleine Insel stieß, sangen die Sirenen aus eine Weise, der noch kein Mensch hatte widerstehen können.
Glücklicherweise war Odysseus gewarnt gewesen. Er bat deshalb seine Ruderleute, ihn an den Schiffsmast zu binden, wenn sie an den bösen Geschöpfen vorbeiruderten. So konnte er die himmlische Musik, die so vielen den Tod gebracht hatte, zwar hören, ihr aber nicht nachgeben. Um seine Männer zu schützen und um sie für seine eigenen Bitten taub zu machen, von denen er wusste, dass sie kommen würden, hatte er ihnen die Ohren mit Wachs verstopft.
Als die Seefahrer die Sirenen erreichten, flehte Odysseus seine Männer an, ihn loszubinden. Doch die Männer konnten ihn nicht hören und ruderten weiter. Verzweifelt kämpfte der Held gegen die Seile, mit denen er festgebunden war, konnte sich jedoch nicht davon befreien. Als die Männer weiterruderten, warfen sich die Sirenen ins Meer. Die Schicksalgöttinnen hatten bestimmt, daß sie zu Felsen verwandelt würden, wenn jemand ihren Lockungen wider- stehen konnte.
Bis zum heutigen Tag ragt im tyrrhenischen Meer eine zerklüftete Felsgruppe aus dem Wasser, die man
DIE SIRENEN
nennt.